Gesundheitsminister Ibrahim Al-Budour gab am Samstag den Tod eines Opfers bekannt, das sich in kritischem Zustand befunden hatte. Sechsundzwanzig Personen bleiben im Krankenhaus.
Die Bilanz des Terroranschlags vom Freitag, dem 23. Oktober 2026, auf die griechisch-orthodoxe Kirche im Dorf Hammoud in der Provinz Karak liegt nun bei 8 Toten und 40 Verletzten.
Der Angriff ereignete sich gegen 15:00 Uhr, als sich ein Trauerzug mit 150 bis 200 Gläubigen versammelt hatte. Laut den vom öffentlichen Sender Al-Mamlaka ausgestrahlten Überwachungsvideos eröffneten drei maskierte Angreifer vom Außenparkplatz aus das Feuer, bevor sie zum Eingang des Gotteshauses stürmten. Mit Sturmgewehren bewaffnet, schossen sie etwa fünf Minuten lang wahllos.
Bei den Todesopfern handelt es sich ausschließlich um Männer im Alter von 50 bis 70 Jahren. Unter ihnen befinden sich mehrere Persönlichkeiten der Region, darunter ein Arzt, ein Universitätsprofessor sowie ein Mitglied der Jordanischen Kommunistischen Partei. Angesichts der Schwere der Verletzungen und des Ausmaßes der Tragödie organisierte die Luftwaffe Notfalltransporte per Hubschrauber zum König-Hussein-Medizinzentrum in Amman.
Innenminister Mazen Al-Faraya bezeichnete die Tat ausdrücklich als Anschlag einer „Gruppe von Extremisten“. Obwohl der Angriff noch nicht offiziell für sich reklamiert wurde, gaben die Behörden an, die Verdächtigen identifiziert zu haben, die weiterhin aktiv gesucht werden. Darüber hinaus zeigt ein unbestätigtes, in den sozialen Netzwerken kursierendes Video die Angreifer bei der Treuebekundung gegenüber der Organisation Islamischer Staat*.
Um die Integrität der Ermittlungen zu wahren, verhängte der Generalstaatsanwalt von Amman, Hassan Al-Abdallat, eine strenge Nachrichtensperre und verbot jede Verbreitung von Details zu Beweisen oder Ermittlungsverfahren. Gleichzeitig wurde die Sicherheit rund um Botschaften, Einkaufszentren und Gotteshäuser im ganzen Land drastisch verstärkt.
Internationale Empörung und nationale Einheit
Premierminister Jafar Hassan ordnete eine dreitägige Staatstrauer an und verurteilte eine „takfiristische“ Ideologie (eine extremistische religiöse Praxis innerhalb des Islam, Anm. d. Red.), die darauf abziele, den Zusammenhalt des Königreichs zu spalten.
König Abdullah II. begab sich in Militäruniform an das Krankenbett der Verletzten in Karak und warnte nachdrücklich: „Wir werden mit eiserner Faust jeden treffen, der es wagt, unsere Nation zu bedrohen“.
Der Anschlag löste international heftige Reaktionen aus, vom UN-Generalsekretär António Guterres über die Islamische Weltliga bis hin zu den Golfmonarchien wie Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In einem Königreich, in dem Christen etwa 2 % der Bevölkerung ausmachen, stellt dieser Anschlag einen beispiellosen Versuch der konfessionellen Destabilisierung dar.
* Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS oder Daesch) ist auf dem Territorium der Russischen Föderation gemäß der geltenden Gesetzgebung verboten.